Die Arbeit der Öko- und Energieteams zeigt nachhaltige Wirkung
Positive Veränderung entsteht nur da, wo man sich austauscht. Zur Optimierung der ökologischen und energietechnischen Aspekte sämtlicher hausinterner Prozesse hat Duravit zwei interdisziplinäre Spezialisten-Teams ins Leben gerufen, 2006 das Energieteam und bereits 1993 das Ökoteam. Bestehend aus Experten der verschiedenen europäischen Produktionsstätten und unter Teilnahme von Führungskräften und dem Vorstand für Technik, widmen sich die Teams im regelmäßigen Informationsaustausch aktuellen Entwicklungen, Gesetzesänderungen, Umwelt- und Energiezahlen und anderen verwandten Themen. Aus der Diskussion gewonnene Erkenntnisse und daraus entwickelte Optimierungsvorschläge werden daraufhin in sämtliche Duravit-Standorte getragen und realisiert.
Informieren, auswerten, diskutieren, optimieren
Schon 1993 gründete sich das Ökoteam, das sich dreimal jährlich zum Informationsaustausch trifft, um sämtliche Umweltaspekte bei Duravit zu durchleuchten und hinterfragen: angefangen bei der Rohstoffgewinnung über Herstellung, Verpackung und Gebrauch der Produkte bis hin zur Entsorgung der Produktionsabfälle und der Produkte selbst. Darüber hinaus werden Fragen zum Umgang mit potentiellen Gefahrstoffen, zur Risikovorsorge der Produktionsanlagen und -verfahren diskutiert und nach umweltverträglichen Lösungen gesucht. Viermal im Jahr trifft sich das 2006 gegründete Energieteam. Hier diskutiert man die energietechnischen Aspekte bereits existierender technischer Anlagen und deren Optimierung: Wo und wie lässt sich der Energieverbrauch noch weiter senken? Zur Lösung dieser Frage sollen mittelfristig auch in jedem außereuropäischen Werk ein Energieverbrauchsbericht und eine Energiespardatenbank etabliert werden. So erarbeitet das Team Aktionspläne in Hinsicht auf eine um- weltgerechte Produktionsplanung, auf umweltfreundliche Technologien wie z. B. die Wärmerückgewinnung und auf eine generelle Einsparung von Energie und Ressourcen.

- In der Badmöbelfertigung gewährleisten technisch ausgereifte Produktionsanlagen einen effizienten und schadstoffarmen Betrieb.
Generell ist man bei Duravit darauf bedacht, sowohl den Energie- und Rohstoffverbrauch als auch Emissionen – CO2, Schadstoffe, Lärm – so gering wie nur möglich zu halten und die Werte permanent weiter zu senken. Dazu werden zahlreiche Maßnahmen durchgeführt. In der keramischen Produktion und in der Badmöbelfertigung gewährleisten technisch ausgereifte Produktionsanlagen einen effizienten und schadstoffarmen Betrieb. Und auch in den Verwaltungsgebäuden kann durch ein sinnvolles Facility Management der Energieverbrauch niedrig gehalten werden.
Wasser-Recycling mit der neuen Abwasserbehandlungsanlage
Wie man Wasser mehrmals nutzen kann, zeigt die neue Abwasserbehandlungsanlage am Standort Hornberg. Anfang 2011 in Betrieb genommen, ermöglicht es die Anlage, den Einsatz von Behandlungschemikalien um über 20 % zu reduzieren. Da alle Abwässer aus der Produktion über die Anlage geleitet werden, enthalten sie auch in erster Linie Masse- und Glasurabfälle, also Feststoffe. Diese werden mechanisch und chemisch voneinander getrennt. Dem Feststoffanteil wird das Restwasser entzogen, wodurch er zum Teil wieder der Produktion zugeführt werden kann, was unter anderem Ressourcen schont und erhebliche Abfallkosten vermeidet. Auch das Brauchwasser wird zum Großteil wieder genutzt: Dank der konstant hohen Reinigungsleistung der Anlage kann es in der Produktion zu Reinigungszwecken verwendet werden. Nur ca. 45 % der im Betrieb benötigten Wassermenge wird als Frischwasser zugeführt.
Mit Pilotanlagen werden neue Verfahren getestet
Das Öko- und Energieteam hält permanent Ausschau nach neuen Verfahren, mit denen Ressourcen und Umwelt geschont werden können. Auch bei Duravit angefertigte Diplomarbeiten geben wichtige Impulse. Ist eine neue Technologie vielversprechend, wird sie als Pilotprojekt in einem der Werke auf Herz und Nieren geprüft. Bewährt sich das Verfahren über einen längeren Zeitraum, wird es auch an anderen Standorten geprüft und kommt gegebenenfalls universell zum Einsatz. Aktuell läuft ein solches Pilotprojekt an den Druckgussanlagen bei Duravit Meißen: Hier wird das bei der Produktion entstehende Brauchwasser recycelt, indem es durch eine keramische Membran geführt wird. Dabei werden alle Feststoffe abgeschieden, und das Wasser wird ohne chemische Zusätze wieder vollständig verwertbar gemacht. Verwendet wird das wiederaufbereitete Wasser zur Reinigung der Druckgussformen, was den Verbrauch von Frischwasser nahezu auf Null reduziert. In Meißen können auf diese Weise jährlich ca. 5.500 m3 Wasser eingespart werden.

- Die komplette Abluft wird technisch aufwändig gefiltert.
Energie sparen dank intelligentem Strommanagement
In energieintensiven Produktionsanlagen entstehen, je nach Produktionsphase und entsprechendem Energiebedarf, sogenannte Lastspitzen, die das Netz erheblich belasten. In der Sanitärkeramikproduktion in Meißen konnte Duravit diese Lastspitzen durch ein durchdachtes Strommanagement deutlich senken: Auf Basis eines planvollen Betriebs der Produktionsanlagen in den Bereichen Masse- und Glasuraufbereitung sowie der WonderGliss-Produktion wurde so der Energieverbrauch spürbar verringert.
Die Badmöbelproduktion heizt mit Holzabfällen
Wie aus Abfällen Energie wird, macht die Duravit-Badmöbelproduktion in Schenkenzell vor: In der eigenen Hackschnitzelanlage werden sämtliche Holzschnitzel und Späne gesammelt und für die Wärmegewinnung recycelt. So kann in Schenkenzell der komplette Heizbedarf der Produktion gedeckt werden, ohne weitere Energiequellen und zusätzliche Transportkosten. Die bei dem Prozess entstehende Abluft wird selbstverständlich technisch aufwändig gefiltert.

- 50 % des Heizwärmebedarfs können aus zurückgewonnener Abwärme gedeckt werden.
Wo Sanitärkeramik gefertigt wird, vor allem in den Brennöfen und Trockenräumen, entsteht große Hitze. Hitze, die bei Duravit nicht sinnlos verpufft, sondern weiterverwendet wird. An den Standorten Hornberg, Meißen, Bischwiller und China wird nach dem Prinzip der Wärmerückgewinnung die aus der Abwärme gewonnene Energie direkt wieder der Produktion zugeführt. So können bis zu 50 % des Heizwärmebedarfs aus zurückgewonnener Abwärme gedeckt werden.
Sinnvolles Abfallmanagement in allen Standorten
Generell ist Duravit in allen Produktionsstätten und Verwaltungsgebäuden bemüht, Abfälle nach Kräften zu vermeiden oder die Abfallmenge zu reduzieren. Für eine optimale Entsorgung und bestmögliche Wiederverwertung von Wertstoffen werden die Produktionsabfälle generell bereits in den Werken getrennt. In den europäischen Werken werden so Wiederverwertungsquoten erreicht, die teilweise über 95 % liegen. Duravit arbeitet ausschließlich mit zertifizierten Entsorgern, das gesamte Abfallaufkommen ist in den nach ISO 14001 zertifizierten Werken aufgezeichnet und rückverfolgbar. Noch nachhaltiger ist es natürlich, Abfall intern weiterzuverwerten, wie durch die Abwasserbehandlungsanlage in Hornberg und die Hackschnitzelanlage in Schenkenzell.
Der Verschwendung die rote Karte zeigen
Bewusster mit Ressourcen umgehen war auch das Thema der Dii-Aktion in 2011 (Duravit Innovation Intern): Unter dem Motto „Zeig der Verschwendung die rote Karte“ war jeder Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung dazu aufgerufen, Ist-Zustände und Abläufe an seinem Arbeitsplatz und in seiner Abteilung genauer unter die Lupe zu nehmen und eventuell Vorschläge zur Optimierung einzureichen. Darüber nachzudenken lohnte sich: Alle sinnvollen Vorschläge wurden sofort prämiert, darüber hinaus wurden die besten Ideen gesondert mit attraktiven Preisen belohnt. Die Anzahl eingereichter Vorschläge stieg im Aktionszeitraum um etwa 40 %, die Anzahl teilnehmender Mitarbeiter nahm um ca. 15 % zu. Erfreulich war dabei, dass viele Mitarbeiter erstmals einen Dii-Vorschlag eingereicht haben. Eine Aktion, die zeigt, wie es möglich ist, auch spielerisch ganz konkrete Nachhaltigkeit zu schaffen.

